Alles neu macht der Mai

Der Mai verspricht viel Neues. „Alles neu macht der Mai“ ein altbekanntes Sprichwort, das Hoffnung macht auf Veränderung - auf Neues eben. Impliziert diese Freude auf Neues nicht gleichzeitig auch den Wunsch, dass manches Altbekannte oder Gewohnte einer Änderung unterzogen werden soll. Neues kann sich immer nur dann entwickeln, wenn Bekanntes Platz macht – so zeigt es uns auch ganz deutlich die Natur in Ihrem Lauf der Jahreszeiten. Da gibt es Zeiten der Ruhe, Zeiten des Aufbruchs und der Kraft, die Zeit des Wachsens und Reifens, die Zeit der Ernte und abschließend die wohlverdiente Zeit des Ruhens.

Und so sind wir aktuell wieder angekommen in dieser kraftvollen Zeit des Neuen und Frischen. Der Frühjahrsputz entweder schon beendet oder bereits begonnen - veranlasst uns dazu Verstaubtes zu reinigen und Überflüssiges zu entsorgen. So wie im Außen Ordnung und Frische Einzug hält, macht es durchaus Sinn, diese Frische auch ins Innen zu holen. Und so möchte ich Sie nachfolgend einladen, eingefahrene Gedankenmuster aufzustöbern und – falls gewünscht und erforderlich – aufzufrischen oder zu erneuern.

Alt oder Jung – ist hier die Frage
Bitte betrachten Sie jedes der beiden Bilder ein paar Augenblicke. Was sehen Sie?

Erkennen Sie zwei junge Menschen mit abgewendetem Gesicht oder zwei ältere (betagte) Zeitgenossen?

Vielleicht sind Sie überrascht, zu lesen dass mehr als nur eine Person in ein und demselben Bild erkennbar sein soll. Vielleicht aber haben Sie auf Anhieb erkannt, dass je nach Fokussierung – entweder eine junge oder eben eine betagte Person zu sehen ist. Welche haben Sie zuerst gesehen? Können Sie auch die jeweils andere Person sehen?

Ganz ähnlich verhält es sich mit eingefahrenen Gedankenmustern. Die ganz eigene Art und Weise zu denken bzw. Dinge wahr zu nehmen entsteht in jedem von uns durch die jeweiligen Erfahrungen, die wir in unserem Leben gesammelt haben. Unser Gehirn ist Meister darin, Situationen miteinander zu vergleichen und sie zu sortieren - (und das ist gut so!) Meistens ist diese Eigenschaft (Fähigkeit) notwendig und wichtig für uns, um im Alltag zu bestehen, Gefahren zu erkennen und Handlungen auf diese Erfahrung abzustimmen. So wissen wir zum Beispiel, dass Herdplatten und Bügeleisen im Betriebsmodus heiß sind und das Berühren schmerzhaft endet. Ebenso wissen wir, dass wir  an der roten Ampel in unserer Straße halten müssen. Aber nicht nur an dieser sondern an jeder roten Ampel  zum Anhalten aufgefordert. Ganz gleich ob als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer und ganz gleich in welcher Stadt. Beinahe unendlich könnte diese Liste der Lernerfahrungen, die unser Leben strukturieren und sichern, erweitert werden. Und jede einzelne ist wichtig.

Gibt es Ausnahmen?
Die kleinen Nuancen, die jedoch jede Situation einzigartig machen, können auf diese Weise schnell verloren gehen und alles zu einem einheitlichen „Immer-das-gleiche“ Erleben führen.

Haben wir die Erfahrung gemacht, dass Katzen sich immer erst streicheln lassen und dann plötzlich aus dem Nichts heraus nach uns schlagen, so werden wir vermutlich immer sehr vorsichtig sein, wenn eine Katze um unsere Beine streicht und um Zuwendung bittet. Oder wir fassen sie erst gar nicht mehr an und sind somit ganz auf der sicheren Seite, um evtl. blutigen Kratzern vorzubeugen.  Doch sind tatsächlich alle Katzen gleich? Oder gibt es Ausnahmen? Vielleicht sogar ist jede Katze für sich individuell in ihrem Verhalten.

Ich möchte gerne anhand dieses Beispiels zurückkommen auf die Doppeldeutigkeit der Bilder am Anfang des Textes. Analog dazu verhält es sich mit Wahrnehmungen, die wir in unseren täglichen Erfahrungen machen. Das, was wir sehen/wahrnehmen, ist eine Perspektive auf einen Sachverhalt, welches viele Facetten haben kann und damit unterschiedliche Botschaften übermittelt. Sich dieser Tatsache bewusst zu sein, dass Wahrnehmung, tatsächlich bedeutet „Ich sehe, was ich für wahr halte“ auch gleichzeitig darauf hindeutet: „Du siehst, in der gleichen Situation, was du für wahr hältst.“ – und jeder für sich gesehen hat recht. Aber kann es tatsächlich in Ordnung sein, dass es für ein und dieselbe Situation unterschiedliche Wahrnehmungen geben darf? Ich sage: „Ja!“ wenngleich ich mir gleichzeitig bewusst bin, dass diese Aussage sehr kontrovers diskutiert werden könnte. Um es auf den Punkt zu bringen: Wahrnehmung ist subjektiv und stark von den vorausgegangenen Erfahrungen jedes Einzelnen geprägt. Damit persönliche Wahrnehmung auf ein breiteres Spektrum an Reaktions-/Verhaltens-möglichkeiten treffen kann, sind neue Erfahrungen erforderlich. Neue Erfahrungen wiederum werden wir nur dann machen, wenn wir es uns immer wieder Mut machen, in neue Denk-, Entscheidungs- und Verhaltensmustern umzusteigen. Damit erweitert sich unser Erfahrungsspektrum. So einfach ist das. Wenden wir uns jetzt gemeinsam einmal der Frage zu, welches der erste Schritt sein kann:

Wie wäre es, einmal die gewohnten Strukturen unseres Denkens zu hinterfragen und sie auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen? Nutzen wir die gute Gelegenheit es dem Mai, der ja alles neu macht, gleich zu tun und unsere Gedanken zu entrümpeln und uns für neue Erfahrungen zu öffnen.  So kann Platz für neue Ideen, Impulse und Perspektiven entstehen. Frühjahrsputz mal anders!

Denn… es gibt vielfältige Möglichkeiten und Wege den eigenen eingefahrenen Gedankengängen und Bewertungen auf die Schliche zu kommen. So entsteht ein Bewusstsein, diese aufzuspüren  und durch neue Ansätze zu erweitern.  Dadurch kann sich Leichtigkeit, Dynamik und Offenheit einstellen – Attribute für Wachstum und Entwicklung.

Haben Sie schon einmal von NLP gehört?
Neurolinguistisches Programmieren basiert auf einer Konzeptsammlung vielfältiger Kommunikations- und Veränderungstechniken, die vom Psychologen R. Bandler und  dem Sprachwisschenschaftler J. Grinder begründet wurde. Die Bezeichnung als Neuro (Gehirnvorgänge) Linusitische (auf Sprache basierend) Programmierung, verweist darauf, dass sowohl unsere Sprache, als auch unser Denken direkten Einfluss auf unsere Wahrnehmung hat.   Der Mensch, der ja, wie bereits erläutert durch seine individuellen Erfahrungs- und Lernprozesse seine individuelle Sicht auf das Leben erhält kann anhand dieser Methode dienliche und störende Gedankenmuster aufdecken, sie beeinflussen, verändern und sogar ablegen. Er ist also Schöpfer seiner eigenen Realität durch Gedankentuning.

Obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit des NLP gibt, werden die Methoden seit den 1980er Jahren erfolgreich in den verschiedensten Bereichen angewendet. Sei es im Rahmen von Business- oder Personal-Coachings, Salestrainings, als Bestandteil von  Therapiegesprächen sowie  im komplementären Gesundheitswesen, aber auch die Werbebranche hat NLP längst zu einem festen Bestandteil ihrer Formulierungen werden lassen.

Fragt man erfolgreiche Zeitgenossen, nach ihrem Erfolgrezept, so gehört ausnahmslos das bewusste Gedankentuning mit dazu. Die Gedanken zielgerichtet einzusetzen macht meist den entscheidenden Unterschied zwischen sehr gut und Spitzenklasse. Allgemein hin wird dies aus als mentale Stärke bezeichnet. Was dahinter steckt sind meist Methoden aus dem NLP.

Durch bewusste Kommunikation und Selbstreflexion können so Türen geöffnet werden, die uns neue Möglichkeiten erschließen, die ebenso mannigfaltig sind, wie das Erleben und Denken jedes Einzelnen. So kann Zielerreichung gelingen.

Neugierig geworden?
Möchten Sie gerne verschiedene Perspektiven auf eine Situation aus ihrem Alltag erhalten und vielleicht schon den ein oder anderen Gedankengang näher betrachten? Ja? Dann steht hier für Sie eine Datei zum Download bereit.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und interessante Einsichten!
Ihre  Gabriele Häusler

P.S.: Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht. - Goran Kikic –