Es ist was es ist.

Doch - was genau IST ES denn?

Bei unserem Mai Impulsletter haben wir das Refraiming als Tool genutzt um Gedanken so zu steuern, dass sie uns motivieren und voran bringen. Diesmal möchten wir den Fokus auf die objektive Betrachtung von Situationen und/oder Zuständen lenken, denn auch das kann uns unterstützen in Balance zu kommen und achtsam zu sein. Am Wetter kann man das schön verdeutlichen.

Meistens bekommen wir auf die Frage, wie das Wetter sei, die Antwort „gut“ oder „schlecht“. Wenn wir nun berücksichtigen, dass diese Aussagen eine Bewertung darstellen, ergibt sich die Möglichkeit, diese Aussagen zu hinterfragen. So kann es sein, dass für den einen „gutes“ Wetter schon dann anfängt, wenn es nicht regnet und über 10 Grad herrschen. Für den anderen ist es dann noch lange schlecht, - denn für ihn muss es 20 Grad haben und die Sonne muss scheinen, damit für sein Empfinden „gutes“ Wetter herrscht. Konkreter wird die Antwort, wenn wir nun die Aussage „gutes Wetter“ mit einer objektiven Beschreibung ersetzen. Diese könnte zum Beispiel sein- „es ist bewölkt ohne Regen und es herrschen 14 Grad.“

Kommen wir noch einmal auf Paul zurück. Er treibt Sport und hat nun Muskelkater. Durch die Bewertung des Muskelkaterschmerzes hemmt oder motiviert er sich. Die negativen Bewertungen in diesem Fall waren „das bringt nichts“ und „das ist anstrengend“. Die Positiven lauteten „ich spüre, dass meine Muskeln arbeiten“ und „meine Muskeln werden gefordert“.

Bewertungen aufheben

Nun können wir bezogen auf dieses Beispiel aber auch schlicht die Aussage treffen: „Pauls Muskeln schmerzen.“ Das ist eine Aussage, die vollkommen ohne Bewertung – also neutral ist. Diese Art, Situationen oder Umstände zu beschreiben oder über sie zu denken kann uns darin unterstützen, in schwierigen oder unschönen Situationen ausgeglichen und ruhig zu reagieren. Wer Kinder hat, kennt es. Wiedermal liegt die Schultasche genau im Weg, so dass man darüber hinweg steigen muss um nach dem verdienten Feierabend ins Innere des Hauses vorzudringen. Oder der Kollege am Nachbartisch telefoniert so laut, dass man seine eigenen Gedanken nicht mehr weiter verfolgen kann. Da kann es leicht passieren, dass Ärger und Stress in uns aufkommt. Das liegt daran, dass wir, um es am Beispiel des Kollegen zu verdeutlichen, uns gestört fühlen. Unsere Grenze wurde überschritten, wir können nicht das tun, was wir gerade vorhatten. Dadurch fühlen wir uns benachteiligt oder vielleicht sogar missachtet, da wir davon ausgehen, dass der Kollege sich darüber bewusst ist und uns mit voller Absicht stört. In genau solchen Momenten kann es helfen, die Bewertung der Situation aufzuheben um uns frei zu machen von Ärger und Disharmonie- denn wir können entscheiden, wie wir denken möchten.

Leichter durch Objektivität

Der Kollege am Nachbartisch telefoniert - das ist die wertfreie Aussage zu diesem Moment.  Wir schaffen dann Handlungsspielraum für uns, wenn wir in diesem Moment einen „kühlen“ Kopf bewahren und uns darüber klar werden, wie wir mit der Situation umgehen möchten. Und da tun sich dann einige Optionen auf, ohne in Streit zu geraten oder den Frust herunterzuschlucken. Durch diese Ruhe und Klarheit haben wir die Möglichkeit ausgeglichen zu reagieren und uns vor allem über unseren bereits lange eingeschliffenen  Bewertungen klar zu werden. Diese zu hinterfragen kann zu der Erkenntnis führen, dass durch die subjektive Betrachtungsweise vorausgegangene Erfahrungen oder sogenannte Glaubenssätze beeinflusst werden. Dieses Entstauben von Ansichten kann Leichtigkeit in unser Leben bringen, denn es gibt uns die Möglichkeit über unsere Reaktion und über das daraus resultierende Gefühl zu entscheiden und zu reflektieren.

Besonders gut kann uns das gelingen, wenn wir es vermeiden, Umstände oder Situationen zu interpretieren oder sie in die „Schlecht-Schublade“ einzusortieren. Dann entsteht Leichtigkeit, da schlicht das, was gerade ist angeschaut wird, ohne die Gewichte die da „Bewertung“ und „Interpretation“ heißen.

Interesse an einem Selbstversuch?

Wenn ihr Interesse, an dem , was wirklich ist, geweckt ist, dann können  Sie sich hier unser Arbeitsblatt herunterladen und an einer Situation aus ihrem Leben selbst erproben, ob diese Strategie für Sie anwendbar und sinnvoll ist.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Durchstöbern Ihrer Gedanken!

Herzlichst,

Ihre Gabriele Häusler

P.S.

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

-Erich Fried-