Trau dich trauern!

Die Gründe, die Menschen in eine Zeit der Trauer oder eine Lebenskrise hineinführen, sind vielfältig. Sei es der Tod eines lieben Menschen, der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand, die Überlastung am Arbeitsplatz oder der Verlust des Lebenspartners durch Trennung oder Scheidung. Und nicht zuletzt kann auch der Verlust eines liebgewonnenen Haustiers eine tiefe Traurigkeit hinterlassen.

Die Zeiten, die die Betroffenen in der jeweiligen Verlustsituation erleben sind emotional stark geprägt. Selbst die Unterstützung im Familienverbund kann oft nicht ausreichende Hilfestellung geben, vor allem dann, wenn jedes Familienmitglied für sich einen Weg durch die Trauer sucht - jeder auf seine Weise...

Viele Menschen gehen in solchen Verlustsituationen in Windeseile zur Tagesordnung über, oft ermutigt von “gut gemeinten” Ratschlägen, die da lauten:

 “...das Leben muss doch weitergehen” oder  “die Zeit heilt alle Wunden”

Anfänglich scheint diese Strategie tatsächlich richtig zu sein. Manchmal vergehen sogar einige Jahre - bis dann ganz plötzlich die Trauer genau den Raum fordert, der ihr vorher verwehrt wurde. Zu diesem Zeitpunkt zeigt sich die Trauer allerdings anders - weniger als offensichtliche Traurigkeit. Vielmehr zeigt sie sich als Ängste, Panik, unruhiger Schlaf oder depressive Verstimmungen - die scheinbar grundlos sind und aus dem Nichts kommen.